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Nicht Fisch und nicht Fleisch.

06.04.2016 18:12:23

Eine Saison mit viel Licht und Schatten brachte die Spielzeit 2015/16 für die Icefighters. (Foto: A. Blattmann)

Anders kann und wird man nicht in Worte fassen was uns diese Eishockeysaison brachte.

Begonnen hat alles mit der zwar üblichen, aber dieses Mal schon zur Lachnummer verkommenen Ligentagung, die uns einen Modus bringen sollte, der die Regionalliga faktisch in zwei Teile gerissen hat. Zwar hat man es damit gut meinen wollen, jedoch zeigt sich im weiteren Verlauf das auf dem Papier einiges besser aussieht als auf dem Eis. Aber bleiben wir in den eigenen vier Wänden. Der Kader der zum Saisonbeginn präsentiert wurde ließ von vorneherein einen Schluss zu: Favorit auf den Titel werden wir nicht.

Die Abgänge von Karl-Arne Reiffen (Wedemark), Petr Machacek (Tschechien), Stephan Hoffert (Karriere-Ende), Milan Marnota (berufliche Auszeit) und Max Brücher (zurück nach Schweden) waren schlicht nicht zu kompensieren. Zudem haben die beiden Favoriten-Teams aus Bremen und Adendorf ihre ohnehin starken Kader nicht nur beibehalten sondern auch aufrüsten können. Demnach blieb im Vorfeld im Hinterkopf der dritte Platz, den man sich erkämpfen musste. Im Gedächtnis verankert war natürlich die quasi unmöglich einzuschätzende Stärke der Bremerhavener. Diese stellte sich allerdings ziemlich bald als geringfügig heraus, zum Ende der Vorrunde blieb nur ein Sieg – gegen uns.

Dagegen waren uns die United North Stars mehr oder weniger auf den Fersen. Aber in der Doppelrunde wurden da alle Begegnungen gewonnen – zuweilen sehr knapp.
Von daher war der dritte Platz fix, aber nach oben schielen ging nicht, denn die Plätze an der Sonne waren zementiert von Weserstars und Adendorf. Gegen dies hatte man aus bekannten Gründen keine Schnitte. Ob mit D. Jasieniak oder ohne war in diesem Fall wohl egal. Auch wenn ich als Verfasser dieses Textes meine eigene Meinung dazu habe was und wie mit D. Jasieniak abgegangen ist, so sei einmal mehr versichert: Man schmeißt den Top-Scorer der Saison und Spieler des Vorjahres nicht ohne Grund aus dem Kader. Und wenn diese seitens des Trainerteams nicht geäußert werden, so kann das einem sauer aufstoßen, aber man muss es doch akzeptieren.

Vielleicht mag es ja daran gelegen haben, dass die Zuschauer mehr und mehr wegblieben. Aber das an einem einzigen Spieler festzumachen ist unangemessen und nahezu eine Ohrfeige für die restliche Mannschaft, die mit mehr oder weniger Glanz ihre Spiele absolvierten und ein ums andere Mal den Allerwertesten aufrissen um euch das zu geben was ihr verdient: Sehenswertes und (soweit möglich) erfolgreiches Eishockey.

Soviel zum Vorfeld und Umfeld.
Der Saisonverlauf verlief quasi nach Fahrplan. Siege gegen die North Stars, Bremerhaven, North Stars, Bremerhaven…. Und Niederlagen gegen Adendorf, Weserstars, Adendorf, Weserstars….und Bremerhaven. Ja, man gab sich im letzten Vorrundenspiel die Blöße. Man spielte unter aller Sau und war in Gedanken schon bei der Meisterrunde.

Diese war ähnlich anzugehen wie die Vorrunde. Man hatte die Bremer und den AEC vor uns auf dem Zettel, und die ersten drei der Gruppe B in Gedanken hinter uns einsortiert. Also gab man sich zufrieden mit dem 3. Platz – wieder einmal. Was aber nicht bedeuten sollte, dass man es nicht wenigstens versuchen sollte am Thron der oberen Zwei zu rütteln.

Und zumindest etwas gewackelt hatte der AEC daheim, als man sich wacker schlug, aber doch die Punkte dort lassen musste. Die Duelle mit den drei bedauernswerten Teilnehmern der Gruppe B (die bei bekannten Teilnehmern zuweilen mit 21:1 abgeschossen wurden) verliefen relativ human, wurden aber allesamt sicher gewonnen.

Der Blick richtete sich mehr und mehr in Richtung Endspiel in Adendorf. Und wer zu den 1800 Zuschauern zählen durfte die sich das Spektakel angesehen haben der hat sicher eines der aufreibendsten Herzschlagfinals der letzten Jahre gesehen. Wenn solch eine Begegnung erst 20 Sekunden vor dem Ende entschieden wird bleibt so manches Herz fast stehen. Aber am Ende konnten sich die Weserstars den Stern an die Brust heften den Titel verteidigt zu haben und zum zweiten Mal in Folge auf das Aufstiegsrecht für die Oberliga zu verzichten.

Achja – die Meisterfeier wurde leider etwas getrübt, weil wir im letzten Spiel des alten und neuen Meister etwas zu fest am Thron gewackelt haben und das ganze mit 5:6 für uns entschieden haben. Klingt komisch, ist aber so.

Was bleibt ist das Fazit der Saison. Wir hatten in der Vorrunde das Ziel gehabt in die Meisterschaftsrunde zu kommen – Haken hinter. Wir wollten in der Meisterrunde möglichst gut abschneiden – Haken hinter. Meister wollten wir werden (wer nicht?) – hat aber nicht hingehauen. Man darf gerne drüber nachdenken ob es mit David geklappt hätte oder nicht. Oder ob es mit der Leistung des Sieges gegen Bremen in anderen Spielen hingehauen hätte.

Unter dem Strich kann ich euch an dieser Stelle versichern: Der Kader muss stärker werden und dafür wird das Trainerteam im Bereich des Möglichen alles tun um diese „Übergangssaison“ einmalig bleiben zu lassen. Nur wachsen gute Eishockeyspieler nicht auf Bäumen. Oder sind schlicht nicht bezahlbar. Das muss jedem dabei klar sein.

Ich für meinen Teil gehe mit euch ins vierte Jahr als Presse,- und Hallensprecher. Trotz der Belastungen und zuweilen ärgerlichen Begebenheiten mache ich es gern und mit Freude. Und von daher würde es mich freuen wenn wir öfters wieder regelrechte Eishockeyfeste auf und neben dem Eis feiern können. Dann auch wieder mit mehr als 150 Zuschauern. Arbeiten wir dran.

Ein erfolgreichen Beitrag zur Integration wurde zudem auch noch beim letzten Heimspiel geleistet. Es war ein nicht alltägliches Anliegen, das von Günther Ott vom Hauptsponsor der TAG Immobilien AG an Friedel Schulze herangetragen wurde.
Das Leben der asylsuchenden Flüchtlinge ein klein wenig bereichern und nebenbei unsere Vorlieben des Sportes näherbringen - das war die Devise. Auch wenn in Deutschland viel über das für und wieder diskutitert wird, Reden ist Silber, handeln ist Gold. Und so wurde kurzerhand ein Kartenkontingent bereitgestellt, das von den Syrischen und Irakischen Vertriebenen gern angenommen wurden, rund 40 von ihnen waren im Endeffekt der Einladung nachgekommen. Und sie sahen einen sicher und souverän eingefahrenen Sieg - mit einem kleinen amüsanten Nebeneffekt. Denn ein großer Teil der ausländischen Zuschauer waren nach nur 40 Minuten bereits wieder auf dem Heimweg. Es hatte sich schlichtweg wohl nicht herumgesprochen, dass dieses Spiel im Gegensatz zu anderen Sportarten nicht aus zwei Spielabschnitten, sondern aus drei Dritteln besteht. Aber bis zu diesem Zeitpunkt waren die Punkte bereits sicher und die Tore bejubelt.
Letzteres geht in allen Sprachen. Wir als Salzgitter Icefighters waren jedoch stolz einen Beitrag zur Integration geleistet zu haben.

Liebe Grüße

euer Olaf Baier

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